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Anatomie Herz, Kardia mit Ventrikel, rechte Herzkammer
Herz von vorn mit eröffneten, rechten Ventrikel

Anatomie Herz, Kardia mit Ventrikel, linke Herzkammer
Herz von vorn mit eröffneten, linker Ventrikel

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Anatomie Atlas online, Anatomie des Menschen
Anatomie Herz Herzkammern Ventrikel und Blutfluss

Herz von vorn, eröffnetes Herz mit Vorhöfe (Atrien) und Herzkammern (Ventrikel), getrennt durch Herzscheidewand (Septum) und Segelklappen (Atrioventrikularklappen, Herzklappen). Das menschliche Herz, ein etwa faustgroßes muskuläres Hohlorgan, ist das zentrale Organ des Blutkreislaufs und ein Teil des kardiovaskulären Systems. Es liegt zwischen den beiden Lungenflügeln im Mediastinum hinter dem Sternum und liegt im Herzbeutel, ein Sack aus Bindegewebe. Der größte Teil der kardialen Masse wird durch die Herzmuskulatur (Myokard) gebildet, die zum Lumen hin mit Endokard ausgekleidet und nach außen hin vom Epikard bedeckt ist. Zusammen mit den Blutgefäßen bildet das Herz das Herz-Kreislaufsystem und pumpt mit rhythmischen Kontraktionen das Blut durch den Körper. Genauer betrachtet handelt es sich beim Herz um zwei im gleichen Takt schlagendende Pumpen, die durch die Herzscheidewand (Septum) voneinander getrennt sind. Die rechte Pumpe versorgt den Lungenkreislauf, die linke pumpt über die Hauptschlagader (Aorta) das Blut in den Körperkreislauf. (Grafiken © Frank Geisler)

Anatomie Rumpf
Wandschichten Ventrikel Herz

Am eröffneten Herz (Cor, Cardia) lassen sich die einzelnen Wandanteile gut unterscheiden. Dem äußeren glatten Perikardüberzug (Pericardium) mit den eingelagerten Blutgefäßen und dem subepikardialen Fettgewebe folgen die Schichten der muskulösen Herzwand (Myokard, Myocardium). Die Innenauskleidung bildet das Endokard (Endocardium).
Das Myokard bestimmt die Gestalt des Herzens. Die unterschiedlich starke Ausbildung der Muskulatur widerspiegelt die geforderte Leistung der einzelnen Herzabschnitte, so dass eine sichtbare Anordnung von Muskelverbänden entsteht, die als Myokardarchitektur bezeichnet wird. Die Spiraltouren, die außen nach links herzspitzenwärts gerichtet sind, umschließen zunächst beide Kammern. Dabei scheren in jeder Herzhälfte Muskelzüge zu einem fast zirkulären Verlauf aus. Sie sind die Grundlage der mittleren Schicht, die in der Kontraktionsphase besonders beansprucht wird. Während die Vorhöfe und die rechte Kammer 2 sich überkreuzende Muskelschichten aufweisen, besitzt der linke Ventrikel 3 Schichten und ist dreimal stärker als der rechte. Muskelfasern ziehen an der Innenseite steil aufwärts und bilden teilweise die Papillarmuskeln.

Ein Papillarmuskel ist eine warzenförmige Vorstülpung des Herzmuskels in das Herzinnere, der über Sehnenfäden (Chordae tendineae) mit zwei der Segel (Cuspes) einer Herzklappe zwischen Vorhof (Atrium) und Herzkammer (Ventrikel) verbunden ist (Mitral- und Trikuspidalklappe).
Durch die Kontraktion der Papillarmuskel werden die Sehnenfäden gespannt. Dies führt allerdings nicht zum Öffnen oder Schluss der Klappen, die nur passiv aufgrund der Druckunterschiede zwischen Vorhof und Kammer bewegt werden. In der rechten Herzkammer gibt es drei, in der linken nur zwei Papillarmuskeln.
Im Rahmen eines Myokardinfarkts kann es zu einem Papillarmuskelabriss kommen. Dieser tritt gehäuft am linken hinteren Muskel auf, und kann somit zur akuten Mitralklappeninsuffizienz oder zum Mitralklappenprolaps und damit evtl. zur akuten Linksherzinsuffizienz und in Folge zum kardiogenen Schock führen. Sind die rechten Papillarmuskeln betroffen, kommt es zur Trikuspidalinsuffizienz und in der Folge zur Rechtsherzinsuffizienz.

Das Herzskelett setzt sich vor allem aus dem straffen Bindegewebe zusammen, das sich zwischen den Vorhöfen und den Kammern, aber auch an den Faserringen am Ursprung der großen Gefäße und an den Herzklappen befindet und den Durchtritt von Teilen des Erregungsleitungssystems gestattet.

Das Endokard besteht aus einschichtigen, platten Epithelzellen und kann mit der Endothelschicht der Blutgefäße verglichen werden. Erst der subendokardiale Bereich führt die Gefäße. Die Segelklappen zwischen den Vorhöfen und den Kammern sind Duplikaturen des Endokards ohne Blutgefäße. Der Endokardüberzug setzt sich hier über die Sehnenfäden bis zum Ansatz der Muskelzellzüge an der Kammerwand fort. Die Taschenklappen am Ursprung der Lungenarterie und der Aorta sind gleichfalls Bildungen des Endokards.

Der rechte Vorhof nimmt das sauerstoffarme Blut aus den Hohlvenen und den Herzvenen auf. Seine Muskulatur ist dünn. Die Grenze zur rechten Kammer bildet die rechte Segelklappe (Valva atrioventricularis dextra), sie besteht aus 3 Segeln (Cuspes). An diesen dünnen Endokardmembranen greifen von der Kammerseite die Sehnenfäden an, die ein Zurückschlagen in den Vorhof verhindern. Aufgrund der 3 Segel (auch Valva tricuspidalis) besitzt die rechte Kammer 3 Papillarmuskel. Während der Vorhof-Kammer-Eröffnung fließt das Blut an den freien Rändern der Klappe vorbei in die Kammern. Die Ausströhmungsbahn entsteht dadurch, dass an der Spitze der rechten Kammer das Blut spitzwinklig an der glatten Vorderwand zum Truncus pulmonalis strömt, die Taschenklappe (Valva trunci pulmonalis) passiert und die Lunge erreicht. Bei diesen Klappen stehen die freien Enden der 3 Taschen nach oben, beim Rückstrom füllen sie sich und verhindern den Blutrückstrom in das Herz.

Das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge strömt über jeweils 2 Lungenvenen von dorsal in den muskelschwachen linken Vorhof. Die linke Segelklappe (Valva atrioventricularis sinistra) besitzt nur 2 Segel (auch Valva bicuspidalis oder mitralis) und lenkt das Blut in den linken Ventrikel, den muskelstärksten Abschnitt. Die Einströmungsbahn biegt an der Herzspitze um und leitet das Blut über die Ausströmungsbahn zur Aortenöffnung (Ostium aortae) mit den 3 Taschenklappen der Aorta (Valva aortae). Unmittelbar oberhalb der Anheftungsstelle der Taschenklappen weitet sich die Aorta zum Sinus aortae aus. Hier entspringen die Herzkranzarterien. Die außen sichtbare Ausbuchtung des Sinus heißt Bulbus.

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03.10.2013 © Frank Geisler