Funktionelle Anatomie des Menschen

Blutzellen im Blut des Menschen

Das Blut (Sanguis) ist eine Körperflüssigkeit, die mit Unterstützung des Herz-Kreislauf-Systems die Funktionalität der verschiedenen Körpergewebe über vielfältige Transport- und Verknüpfungsfunktionen sicherstellt. Das Blut besteht aus Blutzellen, Blutkörperchen und einer flüssigen Interzellularsubstanz (Blutplasma). Die gesamte Blutmenge beim Erwachsen beträgt etwa 5 bis 6 Liter. Die zellulären Bestandteile im Blut machen 40 bis 50 Prozent des Blutvolumens aus, der andere Teil wird vom Blutplasma gestellt. Histologisch unterscheidet man im Blut drei Zelltypen: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und die Thrombozyten (Blutplättchen).

Histologie und Funktion des Blutes

Anatomie Hämatologie Blutzellen im Blut, Erythrozyten rote Blutkörperchen, Leukozyten weiße Blutzellen und Thrombozyten Blutplättchen

Darstellung der drei großen Gruppen der Blutzellen: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), großer Leukozyt (weiße Blutzelle) und kleine Thrombozyten (Blutplättchen).

Physiologische Funktionen des Blutes sind: Gasaustausch, Sauerstoffversorgung der Gewebe, C02-Abtransport; der Transport von Nährstoffe, Abbauprodukte des Zellstoffwechsels und Hormone; Wärmeregulation, Verteilung der Körperwärme; Immunabwehr, Abwehr von Fremdorganismen und Toxinen durch Leukozyten und Antikörper; Sicherung der Integrität, Wundverschluss durch Fibrinbildung und Koagelbildung.

Anatomie Hämatologie Blutzellen im Blut, rotes Blutkörperchen Erythrozyt mit Hämoglobin-Molekül

Erythrozyt mit Hämoglobin-Molekül.

Der rote Blutfarbstoff (Hämoglobin) befindet sich in den Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Das adulte HbA1 besteht aus vier Untereinheiten (Polypeptidketten als Tetramer), aus zwei Alpha-Protein-Ketten und aus zwei Beta-Protein-Ketten, die wiederum jeweils aus einem eisenhaltigen Porphyrinring, dem Häm als prosthetische Gruppe und dem Globulin zusammengesetzt sind. Der Gastransport ist die Hauptaufgabe der Erythrozyten, die molekularen Ketten des Hämoglobins sind für die Bindung und Abgabe des Sauerstoffs verantwortlich.

Blutbildung im Knochenmark

Anatomie Hämatologie Blutzellen im Blut, Histologie Knochenmark Medulla ossium mit Blutzellen, Stammzellen und Fettzellen

Histologie Knochenmark (Medulla ossium).

Das Knochenmark (Medulla ossium) ist das wichtigste blutbildende Organ des Menschen. Es füllt die Hohlräume der Knochen, Markhöhle und Hohlräume der Spongiosa. Nur im roten Knochenmark (Medulla ossium rubra) finden sich die blutbildenden Zellen, es werden fast alle Blutzellarten des Menschen gebildet. Der Ursprung aller Blutzellen ist der Hämozytoblast, eine Stammzelle. Durch Teilung entstehen aus ihm zwei Zellen, ein neuer Hämozytoblast und eine Vorläuferzelle - der Beginn der Entwicklungsreihen Erythropoese, Granulopoese, Lymphopoese, Thrombozytopoese und Monozytopoese. An deren Ende stehen jeweils die verschiedenen Blutzellarten.

Anatomie Hämatologie Blutzellen im Blut, Röhrenknochen Oberschenkelknochen, Femur mit Knochenmark Medulla ossium zur Blutbildung mit Blutzellen

Röhrenknochen (Oberschenkelknochen, Femur) im Anschnitt mit Sicht auf das rote Knochenmark, dem Ort der Blutbildung.

Blut und Blutgruppen

Das Blut wird in verschiedene Blutgruppen eingeteilt, die Unterscheidung erfolgt durch verschiedene Oberflächenantigene an der Erythrozyten-Membran. Als Blutgruppe wird die individuelle Zusammensetzung der Glykolipide oder Proteine (Eiweiße) auf der Oberfläche der Erythrozyten (roten Blutkörperchen) beschrieben. Man unterteilt in die Blutgruppen 0, A, B und AB. Im Blut befinden sich Antikörper gegen die jeweils nicht eigenen Blutgruppen. Aufgrund dieser Antikörper kann es, wenn Blut der falschen Blutgruppe transplantiert wird, zu Verklumpungen des Blutes kommen.



Jeder Mensch besitzt ein ganz bestimmtes Blutgruppenmuster, das durch die Eigenschaften der Erythrozyten bestimmt wird. Zur Bestimmung der verschiedenen Blutgruppenmuster wird das Blut nach dem AB0-Blutgruppensystem in vier verschiedene Blutgruppen eingeteilt. Neben dem AB0-Blutgruppensystem ist das Rhesus-System für eine eindeutige Bestimmung des Blutgruppentyps unerlässlich. Die Rhesusfaktoren sind ein Erythrozyten-Antigen-System, es beschreibt eine Gruppe zueinander ähnlicher Proteine. Die Blutgruppen sind erblich.

Anatomie Hämatologie Blutzellen im Blut, AB0-System für Bluttransfusionen mit Blutgruppen A, B, AB und 0

AB0-System, wichtigstes Hauptmerkmal für Bluttransfusionen, mit den vier Phänotypen A, B, AB und 0, welche jeweils für eine andere Kohlenhydratkette an der Erythrozytenmembran stehen.




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