Funktionelle Anatomie des Menschen

Eizelle, weibliche Keimzelle

Die Eizelle (Oocyte) ist die weibliche Keimzelle des Menschen, die durch die Meiose aus den Urkeimzellen hervorgehen. Eizellen sind haploide Zellen die nur einen einfachen Chromosomensatz enthalten. Eizellen dienen der Vermehrung und der Weitergabe von den genetischen Merkmalen von der Mutter an ihr Kind. Bei der Befruchtung durch Verschmelzung mit einem haploiden männlichen Spermium (Gameten) werden Eizellen zur Zygote (diploide Zelle) und erreichen wieder einen vollständigen Chromosomensatz und werden teilungsfähig. Eizellen entstehen im Eierstock (Ovar, Ovarium) der Frau im Rahmen der Entwicklung (Oogenese) der weiblichen Gameten (Oozyten) durch zwei Reifeteilungen aus ihren diploiden Vorläuferzellen, den Oogonien.

Histologie der Eizelle
Weibliche Eizelle, Sekundärfollikel Oocyte Ovum der Frau Histologie weibliche Keimzelle, Eizelle Oocyte Ovum der Frau

Histologische Darstellungen der Eizelle (Oocyte).

Wird eine Eizelle als Sekundärfollikel bezeichnet, ist sie von einem mehrschichtig kubischen Epithel (Follikelepithel) umgeben.

Dieser Epithelkranz wird von der Eizelle durch ein glykoproteinreiches Band (Zona pellucida) getrennt. Außen liegt den Epithelzellen eine hauchdünne Membran (Basallamina, Glashaut) auf.

Reifung einer Eizelle

Embryogenese Follikelreifung Eizelle Oocyt des Menschen im Eierstock

Darstellung Tertiärfollikel während der Follikelreifung.

Als Follikelreifung bezeichnet man die Entwicklung der Ovarialfollikel im Eierstock (Ovar, Ovarium). Die Ovarialfollikel bestehen aus Eizellen und Follikelzellen, die man je nach Entwicklungsstadium in Primordialfollikel, Primärfollikel, Sekundärfollikel, Tertiärfollikel und Graaf-Follikel unterscheidet.
Alle primären Oozyten sind von einer dünnen einlagigen Schicht (Follikelepithelzellen) umgeben. Wenn die Primärfollikel überleben, entstehen Sekundärfollikel mit einem mehrschichtigen Follikelepithel (Stratum granulosum). Aus dem Sekundärfollikel entstehen Tertiärfollikel, ein mit Liquor gefüllter Hohlraum, das Antrum folliculi. Die Eizelle liegt an dessen Rand in einem vom Granulosaepithel gebildeten Hügel, dem Cumulus oophorus. Sie ist inzwischen so groß geworden, dass ihr Zellkern die Größe eines ganzen Primordial-Follikels erreicht.

Eireifung im EierstockEmbyologie des Menschen, Follikelreifung im Eierstock, Eisprung Eizelle Ovum der Frau

Eireifung im Ovar und Follikelsprung (Ovulation).

Der paarig angelegte Eierstock (Ovar) ist ein weibliches Geschlechtsorgan und Produktionsort der Eizellen (Oozyten). Das Ovar wird von einem Epithel (Epithelium superficiale) überzogen, eine modifizierte Tunica serosa, die direkt in die darunter liegende Bindegewebskapsel (Tunica albuginea) übergeht. Das Gewebe des Eierstocks besteht aus der äußeren Rinde und dem innen liegenden Mark.
Der Eierstock wird umfasst vom Fimbrien Trichter (Infundibulum tubae uterinae), welcher die Eizelle in die Eileiter (Tuba uterina) und somit in die Gebärmutter leitet.

Mit dem Beginn des weiblichen Zyklus wird die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) aktiv und schüttet ein Hormon aus, das im Eierstock mehrere Vorläufer von Eizellen (Follikel) heranreifen lässt. Pro Zyklus reift aus mehreren Follikeln nur einer zu einer Eizelle aus. Der Zyklus beginnt mit dem ersten Tag der Monatsblutung und dauert im Schnitt 28 Tage. Man teilt den Zyklus in drei Phasen ein: Proliferationsphase (Phase vor dem Eisprung), Ovulationsphase (Phase um den Eisprung herum) und Lutealphase (Phase nach dem Eisprung).


Zellteilung nach Befruchtung

Die Befruchtung (Fertilisation) erfolgt nach Verschmelzung von männlichen und weiblichen Keimzellen im Rahmen der geschlechtlichen Fortpflanzung. Es ist die Zusammenführung und Verschmelzung von zwei Erbgutteilen.
Die Zygote beginnt unmittelbar nach der Befruchtung sich zu teilen und besteht nach der ersten Teilung aus zwei Blastomeren. Die Zellen teilen sich fortan, bis sie am 4. Tag mit 8 bis 32 Blastomeren die Morula (Maulbeere) bilden. Die Entwicklung von der ersten Teilung bis zur Morula wird als Furchung bezeichnet. Am vierten Tag, kommt es zu einer Differenzierung der Zellen in eine äußere und eine innere Zellschicht.

Embryologie, Fortpflanzung des Menschen, Befruchtung und Furchung der Eizelle Zygote

Darstellung der Furchung, die Zellteilung durch Abschnürung befruchteter Eizellen (Zygote) am Beginn der Embryogenese (Embryonalentwicklung).



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