Funktionelle Anatomie des Menschen

Embryologie des Menschen

Die Embryologie (Embryon) gehört zur pränatalen Entwicklungsbiologie, die sich mit der Entwicklung der befruchteten Eizelle und dem daraus entstehenden Embryo beschäftigt. Es wird von der Embryologie in der Folge auch das Wachstum des Feten behandelt. Die Entwicklung eines Menschen geginnt mit der Gametogenese. Ein aus Urkeimzellen entstandene Zelle (Gamet) mit einem haploiden Chromosomensatz trifft als männliche Gametenzelle (Spermium) auf eine weibliche Gametenzelle (Eizelle, Oozyte). Nach einer Befruchtung (Imprägnation) setzt die Phase der Blastogenese ein, die Entwicklung der Zygote in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung. In dieser Phase erfolgt auch die Einbettung (Nidation, Implantation) des Keims am 6. oder 7. Tag. Im fließenden Übergang dazu steht die Embryogenese, die Differenzierung der verschiedenen Zellschichten bis hin zum Fetus.

Samenzelle und Eizelle

Embryologie der pränatalen Entwicklungsbiologie, Spermium Samenzelle, Spermatozoon, Samen, Samenfaden vom Mann und Zytologie einer Eizelle Oozyt, Ovum der Frau
Strukturen eines Spermiums (Samenzelle, Spermatozoon, Samen, Samenfaden) des Mannes und einer Eizelle (Oozyt, Ovum) der Frau.

Ein Spermium (Spermatozoon, Samen, Samenfaden, Samenzelle) ist eine begeißelte Zelle, die einen Kopfteil mit haploidem Zellkern (einfacher Chromosomensatz) besitzt. Es ist eine zur eigenständigen Bewegung fähige männliche Keimzelle (Gamet), die der Befruchtung der weiblichen Keimzelle, der Eizelle (Ovum, Oocyte), dient (geschlechtliche Fortpflanzung). Das Spermium besteht aus Kopf mit Erbmaterial, Mittelstück mit Mitochondrien und Schwanz aus Mikrotubuli zur Fortbewegung. Spermien sind der wichtigste Bestandteil im Sperma, sie werden im männlichen Hoden produziert.

Eizellen werden im Rahmen weiblichen Zyklus durch die Ovulation aus dem Eierstock (Ovar) freigesetzt, ovarieller Zyklus in dessen Mittelpunkt die Follikelreifung steht.
Eine Eizelle (Oozyt, Oozyte, Ovum) ist eine weibliche Keimzelle, die durch die Meiose aus den Urkeimzellen hervorgegangen ist, die alle genetischen Anlagen einer Frau beinhalt. Die Eizelle durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien: Primordialfollikel, Primärfollikel, Sekundärfollikel, Tertiärfollikel und Graaf-Follikel.

Befruchtung einer Eizelle

Embryologie der pränatalen Entwicklungsbiologie, Meiose nach Befruchtung der Eizelle Oozyt, Oozyte, Ovum durch ein Spermium Spermatozoon oder Samenzelle

Meiose nach Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium.

Trifft ein Spermium auf eine reife Eizelle setzt es aus seines Köpfchens (Akrosom) proteolytische Enzyme frei, welche das Eindringen in die Eizelle ermöglichen (Akrosomenreaktion). Sobald es die Zona pellucida erreicht hat, erfährt diese biochemische Modifikationen, welche ein Eindringen weiterer Spermien verhindert (Polyspermieblock). Der Schwanz separiert vom Köpfchen, welches den väterlichen Vorkern (Pronukleus, Spermienkern) in die Eizelle entleert. Dieser erfährt auf seinem Weg zum mütterlichen Vorkern einen Größenzuwachs. Es kommt zur Verschmelzung väterlicher und mütterlicher Chromosomen und die befruchtete Eizelle (Zygote) beginnt mit der mitotischen Zellteilung. Es erfolgt die Ausbildung des Spindelapparates, bestehend aus Spindelfasern (Mikrotubili) und -polen (blaue Strukturen). Die zwischen Plasmamembran und Eihülle gelegenen Polkörperchen (braune Kügelchen) signalisieren den vollständigen Abschluss der zuvor im Ruhezustand befindlichen zweiten Meiose.

Embryonalentwicklung

Embryologie der pränatalen Entwicklungsbiologie Furchung, die Zellteilung durch Abschnürung befruchteter Eizelle Zygote der Embryogenese Embryonalentwicklung, Oozyt Ovum der Frau

Darstellung der Furchung, die Zellteilung durch Abschnürung befruchteter Eizelle (Zygote) am Beginn der Embryogenese.

Die Zygote beginnt unmittelbar nach der Befruchtung, sich zu teilen und besteht nach der ersten Teilung aus zwei Blastomeren. Die Zellen teilen sich fortan, bis sie am 4. Tag mit 8 bis 32 Blastomeren die Morula (Maulbeere) bilden. Die Entwicklung von der ersten Teilung bis zur Morula wird als Furchung bezeichnet. Am vierten Tag, kommt es zu einer Differenzierung der Zellen in eine äußere und eine innere Zellschicht. Aus der äußeren Zellschicht werden sich zuerst der Trophoblast und später Plazenta und Eihäute entwickeln, die innere Zellschicht wird zum Embryoblast, dem Vorgänger des eigentlichen Embryos. Wasser dringt in die Zellzwischenräume ein, dort wo sich die Blastozystenhöhle bildet, die Blastozyste.

Embryogenese

Ein Embryo (Keim, Keimling) ist ein Lebewesen in der Frühpase seiner Entwicklung während der Embryogenese. Aus einer befruchteten Eizelle (Zygote) wird der neu entwickelnde Organismus als Embryo bezeichnet, solange sich dieser im Anfangsstadium befindet. Ab 9. Woche der Schwangerschaft nach Ausbildung der inneren Organe spricht man vom Fetus (Fötus).


Embryologie der pränatalen Entwicklungsbiologie, Embryogenese der Organe beim Fötus, Fetus und Organogenese, Ausbildung der inneren Organe

Embryogenese bei einem etwa 10 mm großen Embryo: 1 = Rhombencepalon (Rautenhirn), 2 = Mesecephalon (Mittelhirn), 3 = Augenanlage, 4 = Prosencephalon (Vorderhirn), 5 = Herz, 6 = Beinanlage, 7 = Hörbläschen, 8 = Armanlage, 9 = Rückenmarksnerven (Spinalnerven, (Nn. spinales); Embryogenese (Bilder rechts), Ausbildung der inneren Organe (Organogenese) mit Zeitangaben.
Embryologie der pränatalen Entwicklungsbiologie, Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane
Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane aus einer indifferenten bisexuellen Anlage eines etwa 6 Wochen alten Keimlings: 1 = Labium majus, 2 = äußere Öffnung der Harnröhre, 3 = Labium minus, 4 = Hymen, 5 = Glans clitoris, 6 = Damm, 7 = Geschlechtsspalte, 8 = Skrotalwulst, 9 = Glans penis, 10 = Phallus, 11 = Scrotum



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