Funktionelle Anatomie des Menschen

Schwangerschaft und Geburt

Die Geburt (Entbindung, Niederkunft) ist der Prozess am Ende einer durchschnittlich 267 Tage dauernden Schwangerschaft, wenn der Fötus (Fetus) die Gebärmutter der Mutter verlässt. Als Schwangerschaft, Gestation oder Gravidität (Graviditas), bezeichnet man den Zeitraum in dem eine befruchtete Eizelle im Körper einer werdenden Mutter zu einem Kind heranreift. Die Organe eines Kindes sind im Mutterleib so weit entwickelt, dass sie für einen funktionellen Test bereits eingesetzt werden können. Der Geburtskanal ist das Organe des weiblichen Geschlechtssystems, das ein Neugeborenes während seiner Geburt passieren muss.

Becken einer SchwangerenSchwangerschaft und Geburt, Becken einer schwangeren Frau mit Fetus Fötus in Fruchtblase

Saggitalschnitt durch das Becken einer schwangeren Frau mit Embryo in der Fruchtblase.

Schwangerschaft und Geburt, Lage eines Föten bei entfernter Fruchtblase, Fetus Fötus mit Nabelschnur und Plazenta

Becken einer Schwangeren mit Embryo bei entfernter Fruchtblase.

Geburt eines Kindes

Die Geburt umfasst den Vorgang des Ausstoßens des Fetus aus dem Mutterleib unter Wehentätigkei. Die Durchführung der Geburt durch einen Arzt oder eine Hebamme wird als Entbindung bezeichnet.
Beim normalen Geburtsverlauf wird der kindliche Kopf gebeugt. Während der Kopf den Beckenboden überwindet und austritt, geht er in eine Überstreckung über. Wenn der Kopf geboren, tritt eine Wehenpause ein, und mit der nächsten Wehe macht das Kind eine 90 Grad-Drehung. Es schaut wieder nach rechts oder nach links, so dass die Schultern aus dem längsovalen Beckenausgang austreten können.


Sind die Schultern geboren, so folgt der Rest des kindlichen Körpers problemlos.

Schwangerschaft und Geburt, Phasen der Geburt eines Kindes mit Eröffnungsphase, Übergangsphase, Austreibungsphase, vollständige Geburt

Phasen der Geburt eines Kindes: 1 = Eröffnungsphase, 2 = Übergangsphase, 3 = Austreibungsphase, 4 = vollständige Geburt.

Schwangerschaft und Geburt, Geburtsvorgang im Geburtskanal der Mutter

Geburtsvorgang im Geburtskanal der Mutter.

Der Geburtskanal wird unterteilt in den knöchernen Geburtskanal mit den Strukturen des kleinen Becken, und den weichen Geburtskanal mit der Beckenbodenmuskulatur, dem Gebärmutterhals (Zervix, Cervix uteri), der Scheide (Vagina) und dem Muttermund (Ostium uteri).
Beim Durchtritt durch den Geburtskanal dreht sich das Baby durch die anatomischen Gegebenheiten.

Geburt durch Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt (Schnittentbindung, Sectio caesarea) ist im Rahmen des Geburtsmodus geplant, obwohl die Geburt (Entbindung, Niederkunft) noch nicht begonnen hat.

Vom primären Kaiserschnitt spricht man, wenn es weder einen Blasensprung gab, noch muttermundswirksame Wehen eingesetzt haben, und der Kaiserschnitt von Ärzten vorgenommen wird.
Beim sekundären Kaiserschnitt (Notkaiserschnitt) spricht man, wenn die Fruchtblase gesprungen ist oder es zu muttermundwirksamen Wehen kommt, unabhängig vom Schwangerschaftsalter und davon, ob man die Geburt noch aufhalten will, um eine frühe Frühgeburt zu vermeiden. Der sekundäre Kaiserschnitt ist meist die Folge von Geburtskomplikationen, die rasches Handeln erfordern.

Schwangerschaft und Geburt, Kaiserschnitt Sectio caesarea,  Schnittentbindung durch Unterbauch-Querschnitt Pfannenstielschnitt oder Längslaparotomie

Geburt durch Kaiserschnitt, Schnittentbindung mit Unterbauch-Querschnitt an der Schamhaargrenze (Pfannenstielschnitt) oder Schnitt vom Bauchnabel entlang der Linea alba zur Schambeinfuge (Längslaparotomie).

Schwangerschaft und Geburt, künstlicher Geburtsvorgang durch Kaiserschnitt, Schnittentbindung, Sectio caesarea

Schnitt durch einen weiblichen Körper, Darstellung künstlicher Geburtsvorgang durch Kaiserschnitt (Schnittentbindung, Sectio caesarea).

Plazenta und Nabelschnur

Schwangerschaft und Geburt, Plazenta Placenta, Mutterkuchen, Fruchtkuchen mit Nabelschnur Funiculus umbilicalis
Plazenta mit Nabelschnur und Schädel eines Neugeborenen von oben mit Ansicht der Fontanellen.

Die Plazenta (Placenta, Mutterkuchen, Fruchtkuchen) ist zusammen mit der Nabelschnur der wichtigste Teil des Lebenserhaltungssystems eines ungeborenen Kindes. Sie besteht aus embryonalem und aus mütterlichem Gewebe.


Die Hauptaufgaben der Plazenta sind die Versorgung des ungeborenen Kindes mit Nährstoffen, Wasser und Sauerstoff sowie die Entsorgung von Kohlendioxid und Abfallprodukten des kindlichen Stoffwechsels. Es erfolgt die Aufnahme von Antikörpern aus dem Immunsystem der Mutter und deren Abgabe in den fetalen Kreislauf des ungeborenen Kindes, die Filterung von Giftstoffen durch die Plazentaschranke aus dem Blut der Mutter und die Produktion von Hormonen.

Die Nabelschnur (Funiculus umbilicalis) ist ein Gewebeschlauch, der den Embryo bzw. Fetus mit der mütterlichen Plazenta verbindet. Über sie erfolgt die Versorgung des Fetus mit Nährstoffen und Sauerstof. Sie ist sogleich auch für die Entsorgung von Stoffwechselabbauprodukten wie Kohlendioxid zuständig.



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