Funktionelle Anatomie des Menschen

Anatomie Haut und Haar

Die Haut (Derma, Cutis) besteht aus mehreren Schichten, die Epidermis (Oberhaut), die Dermis (Corium, Lederhaut) und Subcutis (Unterhaut) sowie Hautanhangsgebilde. Die Haut ist das größte und vielseitigste Organ des menschlichen Organismus. Sie dient als Hüllorgan vor Umwelteinflüsse und schützt den menschlichen Körper vor pathologischen Keimen, vor Sonnenlicht oder vor Austrocknung. Die Haut reguliert den Wärmehaushalt und übernimmt wichtige Funktionen im Bereich des Stoffwechsels und der Immunologie. Als wichtiges Kontaktorgan und Sinnesorgan beinhaltet die Haut Schmerzrezeptoren, Druckrezeptoren, Thermorezeptoren (Wärmerezeptoren, Kälterezeptoren), Dehnungsrezeptoren und Tastrezeptoren wie Meissner-Tastkörperchen, Merkel-Tastscheibe, Ruffini-Tastkörperchen, Vater-Pacini-Körperchen und freie Nervenendigung. Zu den Hautanhangsgebilden gehören Haare (Pili) mit ihren Talgdrüsen und dem Haarbalgmuskel (Musculus arrector pili), Nägel und Schweißdrüsen.

Anatomie der Haut

Anatomie Hautschichten der Haut, Derma, Kutis, Haarwurzel mit Talgdrüse sowie Schweißdrüsen, Blutgefäße und Sinneszellen

Hautschichten der Haut (Derma, Cutis): Oberhaut (Epidermis), bestehend aus einer Hornschicht; Lederhaut (Dermis, Corium) mit Kapillargefäßen, Haarfollikel, Nerven, Talgdrüsen und Schweißdrüsen; Unterhaut (Subcutis, Hypodermis), vor allem aus lockerem Bindegewebe und Fettgewebe bestehend mit größeren Blut- und Lymphgefäßen.

In der Haut befindet sich viele Rezeptoren (Sinneszellen). Schmerzrezeptoren (Nozirezeptoren) sind freie Nervenenden und liegen in der Lederhaut. Druckrezeptoren (Vater-Pacini-Körperchen) dienen der Wahrnehmung von Druckempfindungen und liegen in der Unterhaut.

Anatomie Sinnesorgan Haut mit Sinneszellen, Rezeptoren, Nervenzellen

Sinnesorgan Haut mit Sinneszellen (Rezeptoren).

Thermorezeptoren (freie Nervenendigungen sind besonders dicht an Kinn, Nase, Ohrmuschel und Ohrläppchen. Dehnungsrezeptoren (Ruffini-Körperchen) registrieren den Dehnungszustand der Haut und liegen in der Lederhaut (Stratum reticulare). Tastrezeptoren (Meissner-Körperchen und Merkel-Zellen) kommen in der unbehaarten Haut vor, in den Fingerspitzen, den Lippen, der Zunge, den Brustwarzen, den äußeren Geschlechtsorganen und der Afterregion. Haarfollikelrezeptoren (Haarbalgrezeptoren) sind mechanorezeptive Sinnesnervenendigungen an den Haarwurzeln und registrieren die Haarstellung.

Anatomie Nagelplatte Nagel

Anatomie Fingerkuppe vom Finger mit Nagel, Fingernagel Unguis

Fingerkuppe mit Fingernagel (Unguis) im Schnitt.

Als Nagel (Unguis) wird eine gewölbte, durchscheinende Keratinplatte auf der Oberseite der Endglieder von Fingern und Zehen bezeichnet. Es ist ein ausgebildetes Hautanhangsgebilde mit mechanischer Schutzfunktion. Der Fingernagel besteht aus Nagelwall, Nagelwurzel, Nagelkörper und Nagelbett. Der Nagel wächst aus dem Nagelbett heraus, welches unterhalb der Nagelwurzel liegt und aus epithelialem Gewebe besteht. An den Nägeln können bei einigen Erkrankungen wichtige diagnostische Rückschlüsse gezogen werden. Durch Haut- oder Nagelverletzungen kann es zu einem Befall durch Nagelpilz (Nagelmykose) kommen.

Anatomie Haar mit Haarwurzele

Haare (Pili) bestehen aus dem gleichen Material wie Fingernägel und Fußnägel. Es sind lange aus Keratin bestehende Hornfäden und ein Teil der Haut. Schleimhäute sind immer unbehaart. Das Haar ist grob in drei Schichten aufgebaut: Cuticula, Cortex und Medulla.

Anatomie Haare, Pili mit Haarmuskel Musculus arrector pili und Talgdrüse Glandula sebacea, Haar mit Haarwurzel

Haar mit Haarmuskel (Musculus arrector pili) und Talgdrüse (Glandula sebacea), Schichten des Haares mit Haarwurzel.



Der Haarschaft befindet sich in einer Einstülpung der Oberhaut, dem Haarfollikel oder Haarbalg, an dessen unteren Ende das Haar in der Haarwurzel gebildet wird. In den Follikel mündet eine Talgdrüse. Der Haarfollikel, bestehend aus der bindegewebigen Haarpapille (Papilla pili) und der Wurzelscheide, umschließt die Haarwurzel von außen. Entlang des Follikels liegt ein Bündel glatter Muskelzellen (Musculus arrector pili), welches im Bedarfsfall das Haar bei Kälte oder Stress aufrichten kann.



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